Eine Reise mit den Jakobusfreunden Breckerfeld vom 15. - 19. Juli 2019

Logo_JFB_mini.jpgIm Lutherjahr 2017 hatten die Jakobusfreunde bereits eine wun-derbare Reise durch Thüringen organisiert. Auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer fand sie nun eine Fortsetzung in Sachsen-Anhalt mit den in Luthers Lebenslauf so wichtigen Städten Eisleben und Wittenberg.

unsere Gruppe in WittenbergDiese Pilgerreise steht in der inzwischen langen Tradition der ökumenischen Pilgerreisen, die mit dem damaligen katholischen Pfarrer Hans-Theo Schulte und seinem evangelischen Kollegen Helmut Dieterle ihren Anfang nahm und in der Folge von Pfarrer Gunter Urban in Verbindung mit dem Verein der Jakobusfreunde Breckerfeld weitergeführt wurde. Sie führten die Teilnehmer zunächst auf Jakobswegen im Sauerland, in Franken und an den Oberrhein, anschließend anlässlich des 500jährigen Reformationsjubiläums auf den Lutherweg.

Am Montagmorgen um 7 Uhr brachen 48 Teilnehmer mit Pfarrer Gunter Urban und Monika Barkley als Reiseleiter auf in Richtung Eisleben, der Geburts- und Sterbestadt von Martin Luther. Dort teilte sich unsere Reisegesellschaft in 2 Gruppen, um die erste von vielen spannenden und interessanten Führungen zu erleben. Mit viel Begeisterung und Leidenschaft hat uns unser Stadtführer die Familiengeschichte von Luther erzählt und gezeigt:
Luthers Geburtshaus in EislebenDas Geburtshaus, in dem Luther am 10.11.1483 geboren wurde, die St. Andreas Kirche, in der er seine letzte Predigt hielt, und vor allem die wunderschöne Kirche St. Petri Pauli, in der Martin Luther getauft wurde und die heute mit einem richtigen Taufbrunnen für eine Ganzkörpertaufe und der hellen, freundlichen Gestaltung sehr modern ist.

Gegen 18 Uhr kamen wir dann in Bad Düben an, wo wir in einem kleinen, netten Hotel die nächsten vier Nächte verbringen würden. Jeder Tag wurde dort mit einer kurzen gemeinsamen Andacht mit Pastor Urban abgeschlossen.

Marktplatz und Marienkirche in WittenbergDer Dienstag gehörte Wittenberg. Was für eine Stadt! Jedes Haus, so scheint es, atmet Geschichte, Rebellion und Leidenschaft! Wir haben noch nie eine so lebhafte und spannende Stadtführung mitgemacht. Wir hatten fast das Gefühl, während der Reformation mittendrin und dabei zu sein.

Während der Führung in der Stadtkirche wurde auch das Altarbild des Malers Lucas Cranach erläutert: Es ist das Reformations-Altarbild! Für die Menschen damals waren Bilder ja quasi Bücher und Zeitung zugleich. Die Führung endete an der Schlosskirche vor der Tür, an der Luther vor mehr als 500 Jahren seine Thesen angeschlagen hatte. Einige Teilnehmer blieben noch länger in Wittenberg, während sich andere auf eine kleine Wanderung von Bergwitz nach Lubast begaben.

Bei herrlichem Sonnenschein sind wir am Mittwochmorgen direkt von Bad Düben aus durch die Dübener Heide 12 km zum Lutherstein gepilgert, wo der Bus auf uns wartete. Ein Teil unserer Gruppe fuhr zurück zum Hotel und die Anderen wanderten 10 Km weiter bis nach Kemberg. Dort trafen wir später alle wieder zusammen, um die sehenswerte Kirche zu besichtigen, in der der Sarg von Luther in der Nacht vom 21. auf den 22.02.1546 zur Nachtwache aufgestellt worden war. Die Führung war extra für uns mit Orgelmusik untermalt.

Kaum zu glauben, dass wir am Donnerstag mit dem Besuch der Stadtkirche St. Nicolai in Coswig schon fast am Ende unserer Reise angekommen waren. In St. Nicolai mit dem gotischen Chor, den herrlichen Bildern und den reich verzierten Logen, die die angesehenen Bürger durch eigene Türen von außen betreten konnten, um nicht mit dem gemeinen Volk in die Kirche gehen zu müssen, sowie den großen Hoch-Emporen finden in der heutigen Zeit häufig Konzerte statt. Anschließend ging es durch die Stadtteile Ober- und Unterfischerei, die durchaus sehenswert sind. Aber die Stadt selbst wirkte leider recht verlassen.

Das Gotische Haus im Wörlitzer ParkNach einer Fährfahrt über die Elbe folgte eine kleine Wanderung zum UNESCO Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz. In der zweistündigen Führung durch die riesige Parkanlage haben wir nur einen kleinen Teil des Gartens gesehen und leider auch die aktuellen Auswirkungen des Klimas. Dass 200 Jahre alte Bäume aufgrund der Trockenheit einfach sterben und wie Mahnmale wirken, war sicher vom damaligen Fürsten nicht geplant. Kleine Grachten, Seen, viele unterschiedliche Brücken, kleine Schlösser, hunderte verschiedene Bäume, Orangerien, Zitronenhaine und vieles mehr haben uns verzaubert und sie bieten genug Sehenswürdigkeiten für mehrere Tage.

Markt mit Stadtkirche in Halle In Halle, unserer letzten Station am Freitag vor der Rückreise, erlebten wir während der Stadtrundfahrt die Faszination „Plattenbau“ in Halle Neustadt. Die Altstadt von Halle blieb während des Krieges weitestgehend von Bombenangriffen verschont und ist absolut sehenswert! Während des anschließenden Stadtrundgangs sahen wir das Händelhaus, die Moritzburg, die neue Residenz mit einer interessanten Ausstellung im Schlosshof sowie die wichtigsten Kirchen und den Markt.

Um 19 Uhr kamen wir müde, aber heil und gesund und mit vielen Eindrücken wieder in Breckerfeld an. Fünf erlebnisreiche Tage mit netten Menschen, egal ob Katholiken oder Protestanten, interessanten Gesprächen, aber auch ruhigen und besinnlichen Zeiten, liegen hinter uns.
Text: Susanne Eitzert & Monika Barkley / Fotos: Siegbert Unger (bearb. B.S.)

Initiative S

jakobusfreunde-breckerfeld.de wird überprüft von der Initiative-S